Die Feuerzangenbowle gehört zur Weihnachtszeit wie Zimtsterne und der Adventskranz. Bereits die Römer schätzten an kalten Wintertagen die Vorzüge des so genannten “Conditum Paradoxum”, einem Vorläufer heutiger Punschgetränke. Dafür wurden Honig und Wein eingekocht und mit Gewürzen wie Pfeffer und Safran verfeinert. Als direkte Nachfahren dieser Methode gelten heutige Punschgetränke wie Grog, Glühwein oder auch der skandinavische Glögg. Die Feuerzangenbowle ist - anders als der Name vermuten lässt - eben keine Bowle, sondern ebenfalls ein Punschgetränk mit langer Tradition. Sie war ein Kultgetränk deutscher Studentenverbindungen im 19. Jahrhundert. Zu dieser Zeit war die Feuerzangenbowle noch unter der Bezeichnung “Krambambuli” in aller Munde. Krambambuli bezeichnete ursprünglich ein knallrotes alkoholisches Getränk einer Likörfabrik in Danzig. Aufgrund der ebenso kräftig roten Farbe nannten die Studenten Glühwein und Feuerzangenbowle ebenfalls so.
Für die Zubereitung verwendete man anfänglich eine Feuerzange, ein Teil des Kaminbestecks, mit dem man glühende Kohlen aus dem Herd holen konnte um sich etwa eine Pfeife anzuzünden. Diese Feuerzange gab der hochexplosiven Mischung dann auch ihren späteren Namen. Die weitere Zubereitung ist bis heute gleich: Auf die Feuerzange wird ein mit Rum getränkter Zuckerhut gelegt. In einem feuerfesten Gefäß wartet bereits eine vorab erhitzte Mischung aus Rotwein, Anis, Zimt, Nelken sowie Orangen- und Zitronenschalen. Der getränkte Zuckerhut wird angezündet und der geschmolzene und karamellisierte Zucker tropft in das Rotweingemisch.
Kultstatus erreichte die Feuerzangenbowle schließlich durch den gleichnamigen Film mit Heinz Rühmann aus dem Jahre 1944. Die Geschichte des jungen Schriftstellers Johannes Pfeiffer läuft bis heute in der Vorweihnachtszeit im Fernsehen. In den Hörsälen vieler Universitäten treffen sich noch immer Studenten, um den Film mit Wunderkerzen und Getränken aus Reagenzgläsern zu sehen und zu feiern.
Die größte Feuerzangenbowle der Welt wird vom 25.11.2011 bis 1.1.2012 in einem eigens errichteten Feuerzangenbowlendorf in Nürnberg zelebriert.